Freigänger
20. September 2011So schnell kanns gehen und plötzlich hat man nen Job und muss in eine Weltmetropole umziehen. Im Herzen Baden-Württembergs, mit dem aufsehenerregenden Namen “Niefern-Öschelbronn”. Das Freizeitangebot ist enorm, vor allem sportliche Aktivitäten stehen im Mittelpunkt. Ich denke, ich werde soviel wie möglich arbeiten.
Blöd ist jetzt nur, dass hier immer noch so Schaben herumlaufen, die sich angeblich nicht in der Wohnung vermehren, aber irgendwie doch. Vorgestern beim Telefonieren hab ich auch einen der riesigen Tausendfüßer gesehen, wie er unter dem Stapel auszusortierender Bücher hervorkam und gen Wohnungstür kroch. Ich dachte noch so bei mir: Den fängst du gleich, wenn du mit telefonieren fertig bist. Heute fiels mir dann wieder ein, dass da ja noch was war. Jedenfalls ist er jetzt unauffindbar. Da er aber ziemlich groß ist, bin ich zuversichtlich, dass er irgendwann wieder auftaucht. Zehn Tage hat er noch.
Ist auch nicht das erste Mal, dass er ausgebrochen ist. Vor drei Wochen, als die Meerschweinchen ihren abendlichen Freigang hatten, fragte ich mich, woran sie da herumschnuppern, was das wohl für eine komische braune Schnur ist, die da aus der Box mit den Brombeerabfällen herausguckt. Als die “Schnur” sich bewegte, wars mir klar. Myriapode auf Nahrungssuche. Ein Klassiker in deutschen Wohnungen.
Apropos ausgebrochene Tiere. Las da heute bei terraristik.com, dass in der Steiermark die Reptilienhaltung verboten werden soll. Musste mir vorstellen, wie am Wahltag Tausende Österreicher ihre Landschildkröten an der Autobahn aussetzen, um sich nicht strafbar zu machen. Aber anscheinend soll es eine “Schonfrist” bis 2020 geben. Dann kann man ja beruhigt sein. Bis dahin sind sicher alle Reptilien in Österreich ausgestorben.